Kurzgefasst


Unsere Schüler lernen in einer hilfsbereiten und fürsorglichen Umgebung, welche die individuelle Entwicklung des Kindes und seines Potentials fördert.

Die RIS strebt an, als IB School genehmigt zu werden. Für das Primary Years Programm der IB sind wir bereits als Candidate School anerkannt. Die Schülerinnen und Schüler der RIS werden entsprechend nach dem PYP der International Baccalaureate  unterrichtet. Mit Hilfe des Lehrplanes, der auf selbstentdeckendem Lernen basiert,  bringen wir den Schülern grundlegende Werte, Wissen, Fertigkeiten und Einstellungen näher. Wir legen sowohl Wert darauf, was die Kinder lernen, als auch wie sie es lernen. Kinder werden ermutigt, selbtverantwortlich zu handeln und ihren eigenen Lernerfolg zu reflektieren.

IB Programm

Bildung für ein ganzes Leben

Die International Baccalaureate Foundation (IB) (www.ibo.org) ist eine gemeinnützige Stiftung im Bereich des Bildungswesens mit Sitz in der Schweiz. Sie bietet Schülern in den letzten zwei Jahren der Oberstufe ein Diplom-Programm (Diploma Programme), Schülern im Alter von 11 bis 16 Jahren ein Mittelstufenprogramm (Middle Years Programme) und Schülern im Alter von 3 bis 12 Jahren ein Grundstufenprogramm (Primary Years Programme). Derzeit nutzen mehr als 2445 Mitgliedsschulen in 131 Ländern das IB-Programm.

Die Erziehungsphilosophie der Organisation ist in ihrer Aufgabenbeschreibung aus dem Jahr 1996 nachzulesen:




Durch einen umfangreichen Lehrplan und anspruchsvolle Bewertungskriterien möchte die International Baccalaureate Foundation (IB) Schulen unterstützen, die in ihren Bemühungen die individuellen Talente von jungen Menschen fördern. Neben dem intellektuellen Anspruch und den hohen akademischen Anforderungen wird besonders viel Wert auf die Ideale der Völkerverständigung und eine verantwortungsbewussten Teilnahme des Einzelnen an der Gesellschaft gelegt. IB Schüler sollen lernen, kritisch und mitfühlend zu denken. Sie sollen in der Lage sein, lebenslang zu lernen, damit sie gut über lokale und weltweite Belange informiert sind und sich so den Gemeinsamkeiten bewusst werden, die die Menschen miteinander verbindet. IB Schüler respektieren die Vielfalt der Kulturen und Einstellungen, die den eigentlichen Reichtum unseres Lebens ausmachen.
Im Februar 2000 wurde das IB Diplom als Hochschulzugangsberechtigung für deutsche Universitäten vom Kultusministerium anerkannt: http://www.kmk.org/doc/beschl/D16.pdf


Grundstufenprogramm - Primary Years Programm

Das Grundstufenprogramm ist ein internationales Lehrprogramm für alle Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf dem allgemeinen Wachstum des sich entwickelnden Kindes und beschäftigt sich sowohl mit der Seele als auch mit dem Geist des Kindes, wobei die besondere Betonung auf den

• sozialen,
• körperlichen,
• emotionalen,
• kulturellen und
• intellektuellen

Bedürfnissen liegt. Das Grundstufenprogramm kombiniert die besten Ergebnisse aus Forschung und Praxis aus einer Reihe nationaler Bildungssysteme mit dem großen Wissen und dem großen Erfahrungsschatz internationaler Schulen, um so ein sachbezogenes und Erfolg versprechendes Bildungsprogramm zu entwickeln. Es ist keine Voraussetzung für das Mittelstufenprogramm das Grundstufenprogramm absolviert zu haben, es stellt jedoch eine hervorragende Vorbereitung darauf dar, da die Philosophie, die Unterrichtsmethoden und die allgemeinen Ziele einheitlich sind.



Wesentliche Merkmale

Das Grundstufenprogramm bietet einen umfassenden, auf Forschung basierenden Unterrichts- und Lernansatz. Es stellt ein international entwickeltes Modell für das Zusammenwirken beim Lernen dar und integriert Richtlinien für Lernmethoden von Schülern, Unterrichtsmethoden und Beurteilungsstrategien. Das Curriculum ist Ausdruck und Erweiterung der drei miteinander verbundenen Fragen: Was wollen wir lernen? Wie lernen wir am einfachsten? Wie können wir feststellen, was wir gelernt haben?
Das Ziel des IB-Programms besteht darin, international eingestellte Menschen, die ihre gemeinsame Menschlichkeit und Verantwortung für die Pflege des Planeten erkennen, auszubilden,  um eine bessere und friedlichere Welt zu schaffen. IB-Schüler streben stetig danach, folgende Eigenschaften und Ziele zu erreichen.

Sie hinterfragen: Sie entwickeln ihre natürliche Neugierde. Sie erlangen die nötigen Fähigkeiten um nachzufragen und -forschen und Unabhängigkeit beim Lernen zu zeigen. Sie haben Spaß am Lernen und diese Freude spiegelt sich in ihrem gesamten Leben wieder.

Sie sind kenntnisreich: Sie analysieren Konzepte, Ideen und Probleme von lokaler und globaler Bedeutung. Während Sie das tun, erlangen sie ein fundiertes Wissen und lernen eine breite Auswahl an Themen zu verstehen.

Sie denken nach: Sie ergreifen die Initiative komplexe Probleme mit Hilfe ihrer kritischen und kreativen Fähigkeiten zu erkennen und anzugehen und sie treffen logische und ethische Entscheidungen.

Sie kommunizieren: Sie verstehen und äußern Ideen und Information sicher und kreativ in mehr als einer Sprache und auf viele Arten und Weisen der Kommunikation. Sie arbeiten effektiv und mit einer Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit anderen.

Sie sind wertebewusst: Sie handeln ehrenhaft und ehrlich, mit einem starken Sinn für Gerechtigkeit und Respekt gegenüber der Würde Einzelner, Gruppen und Gemeinschaften. Sie übernehmen Verantwortung für ihr eigenes Handeln und die daraus entstehenden Konsequenzen.

Sie sind aufgeschlossen: Sie verstehen und schätzen ihre eigene Kultur und persönliche Geschichte und sind offen für die Perspektiven, Werte und Traditionen anderer Einzelpersonen und Gemeinschaften. Sie sind es gewohnt unterschiedliche Meinungen zu ermitteln und auszuwerten und sind bereit aus Erfahrungen zu lernen.

Sie sind fürsorglich: Sie zeigen Einfühlungsvermögen, Mitgefühl und Respekt für die Bedürfnisse und Gefühle anderer. Sie zeigen privates Engagement und bemühen sich aktiv eine positive Veränderung bei anderen und in ihrer Umgebung zu bewirken.

Sie sind risikobereit: Sie gehen vorausschauend und mutig an unbekannte und unsichere Situationen und sie probieren eigenständig neue Rollen, Ideen und Strategien aus. Sie verteidigen unerschrocken ihre Überzeugungen.

Sie sind ausgeglichen: Sie verstehen wie wichtig es ist geistig, physisch und emotional ausgeglichen zu sein um das persönliche Wohl und das anderer zu erreichen.

Sie reflektieren: Sie erwägen ihr Lernen und ihre Erfahrungen. Sie können ihre eigenen Stärken und Grenzen einschätzen und dementsprechend ihr Lernen und ihre persönliche Entwicklung verbessern.


Der Lehrrahmen

Der Rahmen beinhaltet die fünf wesentlichen Elemente: Konzepte, Fähigkeiten, Einstellungen, Handlungen und Wissen. Die Fragen oder Themen, die alle Disziplinen übergreifen, bilden den Kontext für das Curriculum. Schüler erforschen akademische Fächer mittels dieser Themen und oftmals auf eine Art und Weise, die die konventionellen disziplinären Grenzen transzendiert.


Der Lehrrahmen beinhaltet weiterhin sechs wesentliche Themenbereiche über unsere Welt und über das, was wir sind. Ab dem Alter von 3 Jahren bis 12 Jahre beschäftigen sich die Schüler mit verschiedenen Sachbereichen, den sogenannten „Units of Inquiry“, aus den sechs Themenbereichen. Durch diesen disziplinübergreifenden Lehrplan können sich die Schüler besser mit den einzelnen Themen auseinandersetzen und die Welt verstehen. Die einzelnen Sachbereiche legen wir in unserer Schule mit Unterstützung von IB Primary Years Program Koordinatoren fest. Die Themen reflektieren Ideen von regionaler und globaler Bedeutung. Da die Lehrer diese Themen ständig aktualisieren und weiterentwickeln, können diese auch kurzfristig variieren. Die “Units of Inquiry“ beanspruchen 60 Prozent der gesamten Unterrichtszeit. Eine Einheit dauert ca. 4-8 Wochen, je nach Ermessen des Klassenlehrers. Lehrer und Schüler werden bei der Entwicklung von Lehrprogrammeinheiten zur Forschung und zum Studium von einer Reihe von Fragen geleitet:

-   Wer sind wir? Sozialkunde, Sprache, Kunst
-   An welchem Ort und in welcher Zeit befinden wir    uns? Sozialkunde, PSPE
-   Wie drücken wir uns aus? Kunst, PSPE, Sprache
-   Wie funktioniert die Welt? Naturwissenschaften/ Technik, Sozialkunde
-   Wie organisieren wir uns? Sozialkunde, Natur-
    wissenschaften und Technik, PSPE
-   Wie sollten wir unseren Planeten miteinander
    teilen? Sozialkunde, Naturwissenschaften und
    Technik, PSPE


*PSPE (Persönliche, soziale und körperliche Erziehung)


Beurteilung der SchülerInnen und des Programms

Es gibt keine extern festgelegten oder benoteten Prüfungen für SchülerInnen des Grundstufenprogramms. Die Leistung der Schülerin/des Schülers wird durch die LehrerInnen der Schule bewertet, die dazu die vom Curriculumkomitee des Grundstufenprogramms festgelegten Beurteilungskriterien zugrunde legen.

Das Grundstufenprogramm fördert die Anwendung und das Gleichgewicht der schuleigenen Beurteilungsstrategien. Diese beinhalten Schüler/Lehrerkonferenzen, Schreibproben, strukturierte Beobachtung, Leistungsaufgaben, die mittels Beurteilungsanweisungen bewertet werden, sowie verschiedene Arten der Selbstbeurteilung der Schüler.

Der Fortschritt der Schüler im Verlauf des Schuljahres wird in einer Mappe, einem Profil der Leistung und der Fähigkeiten des Schülers, dokumentiert, die auch den Transfer zwischen den Schulen, die das Grundstufenprogramm anbieten, erleichtert. Schüler und Lehrer arbeiten bei der Auswahl für die Mappe zusammen. Unter Anleitung der Lehrer führt der Schüler auch als Höhepunkt des Grundstufenprogramms ein persönliches Forschungsprojekt durch. Bei der Auswahl dieses Projekts gibt es umfangreiche Wahlmöglichkeiten.

Alle teilnehmenden Schulen werden drei Jahre nach ihrer Zulassung zu diesem Programm und danach in einem Abstand von jeweils 5 Jahren durch eine IB-Delegation besucht und beurteilt. Ein Team aus professionellen Erziehern überprüft die allgemeine Vermittlung und Effizienz des Grundstufenprogramms vor Ort und macht Verbesserungsvorschläge.  


Mittelstufenprogramm - Middle Years Programm (geplant)

Das Mittelstufenprogramm wurde für Schüler im Alter von 11 bis 16 Jahren entworfen. Es stellt ein vollständiges und kohärentes Programm dar, das einen Rahmen aus intellektueller Herausforderung und dem Erlernen von Fähigkeiten für das Leben bildet, die für diese Altersgruppe angemessen ist. Da die Erziehungsphilosophie und die Bildungsziele der drei IB-Programme einheitlich sind, schließt sich das fünfjährige Lehrprogramm für die Stufen 6-10 an das Grundstufenprogramm an und dient als ausgezeichnete Vorbereitung auf das Diplomprogramm.

Das Mittelstufenprogramm bietet einen Bildungsansatz, der traditionelle Schulfächer enthält, jedoch auch über diese hinausgeht. Das Mittelstufenprogramm besteht zwar auf einem gründlichen Studium der verschiedenen Disziplinen, betont aber deren Verknüpfung miteinander und fördert so eine holistische Ansicht vom Wissen. Schüler werden ermutigt, neben einem echten Verständnis für ihre eigene Geschichte und ihre eigenen Traditionen ein interkulturelles Bewusstsein zu entwickeln. Da auf Kommunikation besonders Wert gelegt wird, liegt der Schwerpunkt des Mittelstufenprogramms auf einer ausgezeichneten Beherrschung der eigenen Sprache und auf dem Erwerb einer Fremdsprache mit dem Ziel, sich in dieser Sprache effizient unterhalten zu können. Das Programm zielt auch auf die Entwicklung eines Bewusstseins für Medien und einer Kompetenz im Bereich Informationstechnologie.

Das Mittelstufenprogramm konzentriert sich auf die intellektuelle und soziale Entwicklung des Schülers. Fünf Ideen, die Interaktionsbereiche genannt werden, bilden den unverkennbaren Kernbereich des achteckigen Lehrmodells. Dies sind keine akademischen Fächer, sondern allgemeine Themen, die in den spezifischen Disziplinen eingebettet und in allen Disziplinen zu erkennen sind. Diese fünf Bereiche sind: Lernansätze, die sich auf die Entwicklung effizienter Lernfähigkeiten konzentrieren; Arbeiten für die Allgemeinheit; Bildung im Gesundheitsbereich und im sozialen Bereich; Umwelt und homo faber (der praktisch begabte Mensch). Sie alle beschäftigen sich mit den Produkten des kreativen und erfinderischen Geistes der Menschen. Diese Themengebiete werden im Verlauf des gesamten fünfjährigen Mittelstufenprogramms in allen Fächern behandelt.

Acht akademische Fächergruppen bilden das Achteck; Fächer aus diesen Gruppen werden in jedem der fünf Jahre unterrichtet. Der Lehrrahmen ist so flexibel, dass jede Schule Wahlmöglichkeiten anbieten kann (z.B. Wirtschaftswissenschaft oder Latein), die von der IB nicht verlangt werden, jedoch von örtlichen Behörden vorausgesetzt werden. 

- Sprache A: die beste Sprache des Schülers, gewöhnlich die Unterrichtssprache

- Sprache B: eine moderne Fremdsprache, die an der Schule unterrichtet wird

- Geisteswissenschaften: Geschichte und Geographie

- Naturwissenschaften: Allgemeine Naturwissenschaft, Biologie, Chemie, Physik

- Mathematik: Grundkurs einschließlich Arithmetik, Algebra, Geometrie, Trigonometrie,
  Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik

- Kunst: Kunst/Design, Musik, Drama

- Sport: Gesundheit und Hygiene, Einzel- und  Teamsportarten

- Technologie: die Natur, Verfahren und Auswirkungen der Technologie


Beurteilung der Schüler und des Programms

Die Unterrichtsleistungen des Schülers werden durch die Schule in einer Leistungsmappe dokumentiert, in der die in jedem akademischem Fach erworbenen Fähigkeiten und die erzielten Resultate aufgezeichnet werden. Die Mappe umfasst eine Selbstbeurteilung durch den Schüler und kann auch Informationen über Aktivitäten außerhalb des Lehrplans, wie beispielsweise Arbeiten für die Allgemeinheit enthalten. Das Verständnis des Schülers für die Interaktionsbereiche wird durch eine Übung bewertet, die als persönliches Projekt bezeichnet wird. Dieses persönliche Projekt wird durch einen Mittelstufenlehrer überwacht und kann ein Aufsatz, eine künstlerische Darbietung oder eine andere Ausdrucksform zusammen mit einem schriftlichen Kommentar sein.

Es gibt keine extern festgelegten oder benoteten Prüfungen für Schüler der Mittelstufe. Die Leistung des Schülers wird allein durch die Lehrer der Mitgliedsschulen bewertet, die dazu von der International Baccalaureate Foundation festgelegte Kriterien zugrunde legen. Die IB bestätigt die Bewertungsmaßstäbe der Schule durch ein Verfahren der externen Moderation.

Zulassung

Schulen, die das Mittelstufenprogramm anbieten möchten, müssen von der International Baccalaureate Foundation zugelassen worden sein. Nur von der IB anerkannte Schulen dürfen den Namen, das Symbol und die Bezeichnungen des Mittelstufenprogramms zu verwenden.


Diplom-Programm - IB Diploma Programm (Bewerbung wird erfolgen)

Das Diplomprogramm des International Baccalaureate ist ein herausfordernder Studiengang der voruniversitären Stufe. Das Diplom wird durch Prüfungen abgeschlossen, die den Bedürfnissen hoch motivierter Schüler der Sekundarstufe im Alter von 16 bis 19 Jahren entsprechen. Der Kurs ist als umfassender zweijähriger Lehrgang gestaltet und erlaubt es den Diplominhabern, den Anforderungen zahlreicher staatlicher Bildungssysteme gerecht zu werden. Das Diplom basiert nicht auf einzelnen nationalen Systemen, es umfasst vielmehr eine Auswahl der besten Elemente zahlreicher solcher Systeme. Das Programm wird in der englischen, französischen und spanischen Sprache angeboten.
Das Programm enthält neben den traditionellen Stärken eines liberalen geisteswissenschaftlich geprägten Lehrplans weitere besondere Elemente.

Der Kurs Theory of Knowledge (TOK) (Erkenntnistheorie) ist ein obligatorischer, interdisziplinär gestalteter Kurs, der darauf abzielt, eine kritische Haltung gegenüber Erlerntem und den Erfahrungen innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers anzuregen. Dieses Fach leitet die Schüler dazu an, die Grundlagen des Wissens immer wieder in Frage zu stellen, Verzerrungen durch subjektive und ideologische Blickwinkel zu erkennen und eine persönliche Denkweise zu entwickeln, die auf einer Analyse aller in einer rationalen Argumentation vorgebrachten Elemente beruht. Erkenntnistheorie ist ein Schlüsselelement der Erziehungsphilosophie der IB und zielt darauf, einen kohärenten Lernansatz zu entwickeln, der die akademischen Fächer transzendiert, so miteinander vereint und zur Auseinandersetzung mit anderen kulturelle Perspektiven ermutigt.

Hinter der Abkürzung CAS „Creativity, Action, Service“ (Kreativität, Handlung, Dienste) steht ein Grund-element des Diplomlehrgangs. Dieser Programmteil nimmt das Leben jenseits der akademischen Existenz besonders ernst und stellt damit ein wohltuendes Gegengewicht zum akademischen Elfenbeinturm dar, in dem sich mache Absolventen eines anspruchsvollen Schulprogramms eingeschlossen fühlen. Die Teilnahme an Theaterproduktionen, Sportaktivitäten und Tätigkeiten im Dienst der Allgemeinheit ermutigt junge Menschen dazu, ihre Energie und ihre besonderen Gaben mit anderen zu teilen und stärkt gleichzeitig ihr Bewusstsein, ihr Mitgefühl und die Fähigkeit, kooperativ mit anderen zusammen zu arbeiten. Das Ziel, den gesamten Menschen zu bilden und ihn zu einem mitfühlenden Mitmenschen zu machen, ist dann unmittelbar verwirklicht, wenn die Schüler lernen, über sich selbst und ihre Schulbücher hinaus zu blicken.

Von den DiplomkandidatInnen wird verlangt, selbständig eigene Forschungsarbeiten zu betreiben und eine Facharbeit (extended essay) mit einem Umfang von etwa 4.000 Worten zu verfassen. Dieses Projekt bietet ihnen die Möglichkeit, ein für sie besonders interessantes Thema zu erforschen. Die Facharbeit erzieht die Schüler dazu, unabhängig zu forschen und schriftliche Ausdrucksformen zu finden, wie sie an Universitäten vorausgesetzt werden. Derzeit gibt es 60 Themenbereiche und über 35 Sprachen, in denen die Facharbeit verfasst werden kann.

Das Lehrprogramm

Die Fächerstruktur kann als Sechseck mit sechs akademischen Bereichen um einen Kernbereich dargestellt werden. Die einzelnen Bereiche werden parallel unterrichtet und die Schüler kommen in Kontakt mit den zwei großen Wissenstraditionen: den Human- und den Naturwissenschaften.
Die Diplomkandidaten wählen aus jedem der sechs Bereiche je ein Thema aus. Mindestens drei, jedoch nicht mehr als vier Themen werden als Intensivfächer (Higher Level, HL) belegt, die anderen als Grundkurse (Standard Level, SL). HL-Kurse umfassen während des zweijährigen Lehrgangs 240, SL 150 Unterrichtsstunden. Diese Organisation des Lernens erlaubt es den Schülern, innerhalb des zweijährigen Lehrganges einige Themen umfassend zu bearbeiten, sich jedoch mit einigen anderen auf einer etwas allgemeineren Ebene zu beschäftigen. Dies stellt einen bewussten Kompromiss zwischen der frühen Spezialisierung einiger nationaler Systeme und der vorrangigen Betonung des Allgemeinwissens in anderen Systemen dar.
Die Anforderung einer breit gestreuten Fächerwahl gewährleistet, dass ein eher naturwissenschaftlich orientierter Schüler auch mit der Herausforderung konfrontiert wird, eine Fremdsprache zu lernen und dass ein sprachbegabter Schüler sich auch auf Lerninhalte im naturwissenschaftlichen Labor einlässt. Während so ein Ausgleich geschaffen wird, erlaubt die Flexibilität bei der Wahl der Spezialisierungsfächer auf der HL-Ebenen den Schülern, sich eingehender mit Gebieten zu beschäftigen, die sie persönlich interessieren, und gleichzeitig die spezifischen Anforderungen für den Zugang zur Universität zu erfüllen.

-  Sprache A1 Unterricht in der Muttersprache sowie Studium einer Auswahl von Texten aus der
   Weltliteratur

-  Sprache A2 ,B, ab initio die zweite moderne Sprache

-  Individuen und Gesellschaften Geschichte, Geographie, Wirtschaft, Philosophie, Psychologie,
   Anthropologie, Business and Organisation, Informationstechnologie in einer globalen Gesellschaft,
   Geschichte der islamischen Welt

-  Naturwissenschaften Biologie, Chemie, Physik, Umweltsysteme, Entwicklungstechnologie

-  Mathematik Mathematik HL, fortgeschrittene Mathematik SL, mathematische Studien, mathematische
   Methoden

-  Kunst und Wahlfächer Kunst/Design, Musik, Theaterkunst, Latein, Altgriechisch, Computerwissenschaft, eine dritte moderne Sprache, ein zweites Fach aus Gruppe 3 oder Gruppe 4, fortgeschrittene Mathematik SL, ein Fach nach schuleigenem Lehrplan, das von der IBO anerkannt ist.

Leistungsbeurteilung

Für die akademische Beurteilung der Leistungen der einzelnen Kandidaten sind über 2.100 Experten in der ganzen Welt unter der Leitung international anerkannter Hauptprüfer verantwortlich. Verschiedene Beurteilungsmethoden werden eingesetzt, um den Inhalt und das Voranschreiten der akademischen Leistungen unter Einbeziehung verschiedener Lernstile und kultureller Muster zu beurteilen.
Traditionelle externe Prüfungsmethoden werden aus einer Reihe von Möglichkeiten ausgesucht: mündliche und schriftliche, lange und kurze Antworten, auf Daten beruhende Fragen, Aufsätze, Multiple-Choice-Fragen. Diese werden durch eine interne Bewertung der Kursarbeit durch die Lehrer ergänzt, die für die Bewertung der Schüler während des zweijährigen Zeitraums verantwortlich sind. Die Lehrer der Schule und die internationalen Experten arbeiten zusammen, wobei besonders darauf geachtet wird, dass die Schüler ihr Wissen und ihre Fähigkeiten ohne Einschränkung zeigen können.


Verleihung des Diploms

Jedes Prüfungsfach wird auf einer Skala von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) bewertet. Um das Diplom zu erhalten, müssen die Schüler Anforderungen und Bedingungen gerecht werden, die eine Mindestgesamtzahl von 24 Punkten und einen zufrieden stellenden Abschluss der Facharbeit und der TOK- und CAS-Kurse umfassen. Die Höchstpunktzahl von 45 umfasst 3 Punkte für spezielle Leistungen in der Facharbeit und im TOK-Kurs.
Alle Schüler werden ermutigt, das vollständige Schulprogramm durchzuführen. Diejenigen, die nicht alle Anforderungen erfüllen oder weniger als sechs Fächer wählen, erhalten ein Zertifikat, das den Abschluss der Prüfungen bescheinigt. Die Mehrheit der Kandidaten absolviert ihre Prüfungen im Mai, eine Minderheit, hauptsächlich an Schulen der südlichen Hemisphäre, im November. Jedes Jahr werden über 30.000 Schüler von der IB bewertet. Jährlich können rund 80% der Schüler ihre Ausbildung mit dem Diplom abschließen.

Zulassung und Berechtigung

Nur von der International Baccalaureate Foundation anerkannte Schulen sind berechtigt, dieses Lehrprogramm anzubieten und Kandidaten für die Prüfung einzuschreiben. IB-Diplomkandidaten müssen leistungsstarke Schüler einer anerkannten Mitgliedsschule sein. Nur von der IB anerkannte Schulen sind berechtigt, den Namen, das Symbol und die Bezeichnungen des Diplomprogramms zu verwenden. Für das Mittelstufenprogramm und das Grundstufenprogramm müssen separate Anträge gestellt werden.